Liquidsteuer 2026: So hoch ist die Steuer auf E-Liquids aktuell
Stand: September 2026
Wer in Deutschland E-Liquids, Longfills oder andere Flüssigkeiten für E-Zigaretten kauft, begegnet seit einigen Jahren der sogenannten Liquidsteuer. Steuerrechtlich handelt es sich um die Tabaksteuer auf sogenannte Substitute für Tabakwaren.
Seit dem 1. Januar 2026 beträgt der geltende Steuersatz:
0,32 Euro je Milliliter
Damit wurde die zunächst vorgesehene Staffelung der vergangenen Jahre fortgeführt. 2025 betrug der Satz noch 0,26 Euro je Milliliter.
Wie viel Liquidsteuer fällt 2026 an?
Die Berechnung ist vergleichsweise einfach:
Flüssigkeitsmenge × 0,32 €
| Flüssigkeitsmenge | Steueranteil 2026 |
|---|---|
| 10 ml | 3,20 € |
| 20 ml | 6,40 € |
| 30 ml | 9,60 € |
| 50 ml | 16,00 € |
| 60 ml | 19,20 € |
| 100 ml | 32,00 € |
Wichtig: Diese Werte zeigen ausschließlich die Verbrauchsteuer. Herstellung, Verpackung, Handelsspanne und Umsatzsteuer sind darin noch nicht berücksichtigt.
Welche Produkte sind betroffen?
Besteuert werden sogenannte Substitute für Tabakwaren, also insbesondere Substanzen, die zur Verwendung in E-Zigaretten vorgesehen sind. Dazu können sowohl nikotinhaltige als auch nikotinfreie Produkte gehören.
Betroffen sein können daher beispielsweise:
- fertige E-Liquids,
- Nikotinsalz-Liquids,
- Flüssigkeiten in Longfill-Produkten,
- bestimmte Basen,
- bestimmte Mischkomponenten für E-Zigaretten.
Entscheidend ist also nicht allein, ob ein Produkt Nikotin enthält. Die steuerliche Einordnung richtet sich danach, ob es sich um eine zur Verwendung in E-Zigaretten bestimmte Substanz handelt.
Warum wurde die Liquidsteuer eingeführt?
Die Besteuerung von E-Zigaretten-Flüssigkeiten wurde im Zuge einer Änderung des deutschen Tabaksteuerrechts eingeführt.
Die Steuersätze wurden anschließend stufenweise erhöht. Für Substitute für Tabakwaren galt 2025 noch ein Satz von 0,26 Euro pro Milliliter, seit Anfang 2026 sind es 0,32 Euro pro Milliliter.
Für Verbraucher wird die Steuer vor allem bei größeren Flüssigkeitsmengen deutlich.
Bei 100 ml beträgt der reine Steueranteil beispielsweise bereits:
100 ml × 0,32 € = 32,00 €
Das ist einer der Gründe, warum sich Preise und Gebindegrößen im Liquidmarkt in den vergangenen Jahren deutlich verändert haben.
Sind Longfills von der Liquidsteuer betroffen?
Grundsätzlich kann auch die Flüssigkeit eines Longfills der Steuer auf Substitute für Tabakwaren unterliegen.
Wichtig ist dabei eine häufige Verwechslung:
Eine Longfill-Flasche kann beispielsweise ein Gesamtvolumen von 60 ml oder 120 ml haben, obwohl sich beim Verkauf nur ein wesentlich kleinerer Anteil Flüssigkeit in der Flasche befindet.
Für die Besteuerung ist nicht einfach die theoretische Größe der Flasche entscheidend, sondern die steuerlich relevante Menge des enthaltenen Produkts.
Deshalb ist beispielsweise eine 120-ml-Flasche mit 10 oder 20 ml enthaltenem Aroma steuerlich nicht automatisch so zu behandeln, als befänden sich bereits 120 ml Flüssigkeit darin.
Muss der Kunde die Steuer zusätzlich bezahlen?
Nein.
Bei regulär in Deutschland versteuerten Produkten ist die Tabaksteuer bereits innerhalb der Liefer- und Handelskette berücksichtigt. Als Kunde musst du beim Kauf im deutschen Handel keine separate Liquidsteuer entrichten.
Die Steuer ist letztlich Bestandteil der Produktkalkulation und damit des Verkaufspreises.
Anders kann es bei Waren aussehen, die beispielsweise aus dem Ausland bestellt oder selbst nach Deutschland eingeführt werden. Hier gelten zusätzliche steuer- und zollrechtliche Regeln.
Warum sind Flüssigkeiten seit Einführung der Steuer deutlich teurer?
Die Steuer beträgt seit 2026 immerhin 32 Cent für jeden einzelnen Milliliter.
Bei einem klassischen 10-ml-Liquid sind das:
3,20 Euro Steuer
Bei 50 ml:
16,00 Euro Steuer
und bei 100 ml bereits:
32,00 Euro Steuer.
Hinzu kommen anschließend unter anderem Einkauf beziehungsweise Herstellung, Verpackung, Vertrieb und Umsatzsteuer.
Deshalb kann sich bereits eine scheinbar kleine Änderung des Steuersatzes auf den Endpreis auswirken.
Wird die Liquidsteuer 2027 wieder erhöht?
Nach dem aktuell vorliegenden Gesetzentwurf der Bundesregierung ist eine weitere Erhöhung vorgesehen.
Für Substitute für Tabakwaren enthält der Entwurf folgende Staffelung:
| Jahr | Vorgesehener Steuersatz |
|---|---|
| 2026 | 0,32 €/ml |
| 2027 | 0,33 €/ml |
| 2028 | 0,34 €/ml |
| 2029 | 0,35 €/ml |
| 2030 | 0,36 €/ml |
Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf im Juli 2026 beschlossen. Im September 2026 befindet sich das Vorhaben noch im parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren.
Die Werte ab 2027 sind deshalb derzeit geplante Steuersätze und noch nicht mit dem aktuell geltenden Recht für 2026 gleichzusetzen.
Was würde die geplante Erhöhung 2027 ausmachen?
Falls die geplanten 0,33 Euro pro Milliliter unverändert beschlossen werden, steigt die Steuer gegenüber 2026 zunächst um einen Cent je Milliliter.
| Menge | 2026 | Geplant 2027 | Unterschied |
|---|---|---|---|
| 10 ml | 3,20 € | 3,30 € | +0,10 € |
| 50 ml | 16,00 € | 16,50 € | +0,50 € |
| 100 ml | 32,00 € | 33,00 € | +1,00 € |
Ob und in welcher Form diese Werte endgültig gelten werden, hängt vom weiteren Gesetzgebungsverfahren ab.
Woran erkenne ich regulär versteuerte Ware?
Steuerpflichtige Produkte für den deutschen Markt unterliegen den entsprechenden steuerrechtlichen Vorgaben. Im gewerblichen Handel müssen dabei unter anderem die Vorschriften des Tabaksteuerrechts eingehalten werden.
Sehr günstige Ware aus unbekannten oder nicht nachvollziehbaren Quellen kann deshalb problematisch sein. Neben der Steuer können auch Themen wie Kennzeichnung, Produktsicherheit und die allgemeine Verkehrsfähigkeit eine Rolle spielen.
Gerade bei Liquids und E-Zigaretten-Produkten lohnt es sich deshalb, auf nachvollziehbare Bezugsquellen zu achten.
Fazit: Liquidsteuer 2026
Seit dem 1. Januar 2026 beträgt die Steuer auf Substitute für Tabakwaren in Deutschland 0,32 Euro je Milliliter.
Damit fallen beispielsweise bei 10 ml Flüssigkeit bereits 3,20 Euro Verbrauchsteuer an.
Für 2027 ist aktuell eine Erhöhung auf 0,33 Euro je Milliliter geplant. Der entsprechende Gesetzentwurf befindet sich im September 2026 jedoch noch im Gesetzgebungsverfahren.
Wir aktualisieren diesen Beitrag, sobald für 2027 ein endgültiger Rechtsstand feststeht.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar.